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Main-Spessart, Würzburg & Kitzingen

Projekt SONIA: Flüchtlingshilfe aktualisiert

Würzburg - Vier Jahre ist es nun schon her, dass hunderttausende Menschen nach Deutschland gekommen sind und Schutz und Sicherheit gesucht haben.

soniaDie Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung war überwältigend. Vieles hat sich seither verändert – Grund für die Stadt Würzburg, das Konzept der ehrenamtlichen Unterstützung geflüchteter Menschen der neuen Situation anzupassen.

Notfallhilfe, wie sie mit Kleiderkammern, Catering, Freizeitgestaltung, Kinderbetreuung oder ersten Deutschkursen in den Jahren 2015 und 2016 erfolgreich geleistet wurde, ist inzwischen weitgehend hinfällig geworden. Aktuell werden stattdessen beispielsweise Nachhilfen in der Schule oder individuelle Hilfen zur Prüfungsvorbereitung benötigt. Auch Begleitung bei der Wohnungssuche, bei der Orientierung auf dem Arbeitsmarkt oder persönliche Beratung beim Abschluss von Verträgen (Handy, Versicherung, Miete) sind heute gefragt. Aufgrund dieser Entwicklung hat die Stadt ein neues Konzept für die Arbeit mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern entwickelt:

SONIA: Sozialraumorientierter, nachbarschaftlicher Integrationsansatz

Im Gegensatz zu Helferkreisen, die an Not- oder an dezentrale Unterkünfte angebunden waren, soll sich das bürgerschaftliche
Engagement in der Flüchtlingshilfe künftig stärker am Sozialraum orientieren. Familien, die aus einer dezentralen Unterkunft ausgezogen und eine eigene Wohnung bezogen haben, müssen auch nach dem Umzug ehrenamtliche Unterstützungsangebote zugänglich sein. Hierzu gehören niederschwellige nachbarschaftliche Hilfeangebote, die an vorhandene Stadtteilzentren oder beim Quartiersmanagement angebunden sind und von dort koordiniert und betreut werden. Das können beispielsweise offene Angebote bei Fragen zu Post, Behörden, Miete, Schulden (Stichwort „Nachbarschaftsbüro“),    aufsuchendes Angebot im Stadtteil (Stichwort „Nachbarschaftshilfe“) oder einzelne gemeinschaftliche Unternehmungen, Feiern, anlassgebundene Veranstaltungen sein.

Nicole Hübner, eine der ersten, die sich im Projekt SONIA engagierten, sagt über ihre Tätigkeit: „Man übernimmt viel Verantwortung und nicht immer ist alles einfach, aber es ist wahnsinnig schön zu sehen, wie die Menschen Schritt für Schritt ankommen und sich ihr Leben normalisiert. Es freut mich sehr, einen Teil dazu beigetragen zu haben“. Wafaa Alshussein, die Alleinerziehende aus  Syrien die von Frau Hübner begleitet wird, bekräftigt: „Ohne Nicole hätte ich das niemals geschafft. Ich bin allein erziehende Mutter und habe mit ihrer Hilfe eine eigene Wohnung gefunden, ich hatte verschiedene berufliche Praktika und will nach meinem Sprachkurs eine feste Arbeitsstelle suchen. Mein Sohn macht in diesem Jahr seinen Schulabschluss und will eine Lehre beginnen. Nicole hat uns in Allem immer sehr unterstützt“.

Auch die Sozialreferentin der Stadt Würzburg, Dr. Hülya Düber, stellt zufrieden fest: „Das neu entwickelte Konzept richtet Flüchtlingshilfe nicht nur an einer veränderten Situation neu aus, es setzt auch die Handlungsansätze des Integrationskonzeptes konsequent um. Wohnung, Arbeit, Bildung sind zentrale Themen, die wir angehen. Vor allem auch wegen der Unterstützung Würzburger Bürgerinnen und Bürger kommen wir bei der Integration der geflüchteten Menschen sehr gut voran. Ich hoffe, dass noch viele Engagierte in unserem Projekt SONIA mitmachen“.

Weitere Informationen finden sich auf der aktuellen Homepage www.Flüchtlingshilfe-Würzburg.de oder unter 0931/37-4612.

Auf dem Foto: Christine Blum-Köhler Integrationsbeauftragte, Nicole Hübner (Ehrenamtliche), Burkard Fuchs (Integrationslotse), Wafaa Alhussam und Dr. Hülya Düber (Leiterin des Jugend-, Familien- und Sozialreferats).

Bild: Steffen Deeg


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