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Main-Spessart, Würzburg & Kitzingen

20. „Fairplay – Fit ohne Drogen“

Marktheidenfeld - So heißt es dieses Jahr bereits zum 20. mal in Marktheidenfeld im Landkreisstadion am Äußeren Ring, wenn das Fußball- und Volleyballturnier für alle interessierten Freizeit- und Hobbymannschaften ausgetragen wird.

fairplayMit Ihrer Teilnahme unterstützen die Jugendlichen das Motto:
„Um gut drauf zu sein, braucht man weder Alkohol noch Drogen!“

Genau diese Botschaft liegt den Veranstaltern am Herzen, die den jungen Leuten eine Plattform bieten wollen, um sich im fairen Wettstreit miteinander zumessen und bei dieser Gelegenheit über die Gefährlichkeit von Rauschmitteln aufklären wollen. Das Turnier wird gemeinsam vom Landratsamt Main-Spessart und der Polizeiinspektion Marktheidenfeld ausgerichtet.

Rauschgiftdelikte haben sich im vergangenen Jahrzehnt, bei den Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren verdreifacht. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend und zeigt, wie wichtig es ist, die jungen Menschen auf die Gefahren von Drogen, insbesondere denen von Cannabis und Legal Highs hinzuweisen. „Cannabis ist keine harmlose Droge!“, so POK Nicolas Rumpel.

Besonders die Anzahl der Cannabisverstöße hat unterfrankenweit zugenommen. Polizeioberkommissar Nicolas Rumpel, Leiter der PI Marktheidenfeld, spricht von einem besorgniserregenden Stand. „Obwohl das polizeiliche Kontrollverhalten konstant geblieben ist, hat die Anzahl der Cannabisverstöße mit 3100 Fällen jährlich einen Höchststand erreicht.“ Das ist doppelt gefährlich, weil Cannabis keineswegs so harmlos ist, wie viele junge Menschen meinen. Knapp 20% der heranwachsenden Erstkonsumenten entwickeln eine Abhängigkeit. Bei regelmäßigem Konsum steigt die Abhängigkeitsrate auf bis zu 50%. Als Folge erhöhen sich körperliche, psychische und psychosoziale Risikofaktoren. Auch der Wirkstoffgehalt der Droge hat sich in den letzten 10 bis 15 Jahren ungefähr verdoppelt. Mit dem Wirkstoffgehalt erhöht sich auch das Abhängigkeitsrisiko.

Eine besondere Gefahr für die Heranwachsenden sind die sogenannte Kräutermischung „Legal Highs“. Diese Drogen enthalten neben synthetischen Cannabinoiden, Kräuter- und Wachsabfällen auch Mischungen aus Aceton und anderen Lösungsmitteln. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind unvorhersehbar und können verheerend für die Entwicklung der Jugendlichen sein.

Kreisjugendpfleger Bernhard Metz problematisiert den hohen Alkoholkonsum im Jugendalter. Früher Alkoholkonsum ist kein Kavaliersdelikt und darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bei zahlreichen Straftaten wie Sachbeschädigung und Körperverletzung, spielt der übermäßige Alkoholkonsum eine Rolle.

Eine Gefahr geht insbesondere von Spontanpartys oder unangemeldete, illegale, wilde Veranstaltungen aus. Hier laufen Jugendliche Gefahr exzessiv und unkontrolliert Alkohol zu konsumieren. Dies gibt nach wie vor Anlass zur Sorge. Trotz umfangreicher Aufklärungsveranstaltungen und Reglementierungen, mussten im vergangenen Jahr auch im Landkreis Main-Spessart wieder Kinder und Jugendliche in das Krankenhaus wegen „Komatrinken“, eingeliefert werden.

„Beim Umgang der Jugendlichen mit Alkohol, kommt dem Elternhaus eine hohe Verantwortung und Vorbildfunktion zu“, appelliert Kreisjugendpfleger Bernhard Metz. Staatliche Reglementierungen sind nur wenig geeignet, unmittelbaren Einfluss auf das Trinkverhalten der Jugendlichen zu nehmen, wenn diese Bemühungen nicht auch durch die Erwachsenen und durch das Elternhaus unterstützt werden. Dabei haben auch die Vereine und die Jugendleiter/Innen eine wichtige Vorbildfunktion.

„Fairplay - Fit ohne Drogen“ eine vorbildliche Präventionsarbeit im Landkreis, Thomas Schiebel, Landrat.

Um sich der Problematik zu stellen und den Jugendlichen bereits im Vorfeld eindringlich und authentisch die Gefahren aufzuzeigen ist das behördenübergreifende koordinierte zusammenwirken notwendig. Landrat Thomas Schiebel hebt die „Sicherheitspartnerschaften von Polizei, Kommunen, und dem Landkreis hervor. „Diese Zusammenarbeit hat sich bewährt und trägt maßgeblich zu einem reibungslosen Ablauf von Veranstaltungen bei.“ In diesen Sicherheitspartnerschaften werden wichtige Zielvereinbarungen getroffen, wie einheitliche Sperrzeitverkürzung, Jugendschutzkontrollen, Information für die Veranstalter. Landrat Thomas Schiebel und Polizeipräsident Gerhard Kallert werden dieses Turnier besuchen und unterstützen.

Den Siegermannschaften winken Siegerpokale und persönliche Auszeichnungen. Alle Turnierteilnehmer können an einer Tombola mitmachen. Der Polizei-Hubschrauber wird einfliegen und kann besichtigt werden.

„Fairplay – fit ohne Drogen“ im „Nationalen Aktionsplan Jugendschutz (NAJ)“ aufgenommen.

„Wirksamer Jugendschutz ist Gemeinschaftsaufgabe“. Unter diesem Motto setzt sich das Bundesfamilienministerium seit einigen Jahren für einen effektiven und praxisgerechten Jugendschutz in der Öffentlichkeit ein. Deren Kampagne, „Jugendschutz aktiv“, zielt auf die Vernetzung und den fachlichen Austausch von engagierten Gruppierungen unterschiedlichster Prägung ab. Seit einigen Jahren ist auch das Projekt „Fairplay – Fit ohne Drogen“ aus dem Landkreis Main-Spessart in die bundesweite Datenbank für vorbildlichen Jugendschutz aufgenommen und wird zur Nachahmung empfohlen. Die Fußballer und Volleyballer werden in Alterskategorien eingeteilt.
Die Teilnahme lohnt sich für alle Akteure. Bis zum 14. Juli können sich Kurzentschlossene noch anmelden unter Tel.: 0 93 91 / 98 41 - 0 oder 0 93 53 / 793 – 15 10.

Foto (Mandy Feser): Wer wird diesmal den Wanderpokal mit nach Hause nehmen? Die Organisatoren freuen sich auf spannende Spiele beim 20. Fairplay Turnier. Von links: Polizeioberkommissar Nicolas Rumpel, Landrat Thomas Schiebel, Regina Schäth und Kreisjugendpfleger Bernhard Metz.


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