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Main-Spessart, Würzburg & Kitzingen

Zweite Klimabaumallee in Würzburg

Würzburg - 350 neue Straßenbäume wurden im neuen Stadtteil Hubland zwischenzeitlich in der ehemaligen Militärbrache gepflanzt.

klimabaumallee77 dieser Bäume sechs unterschiedlicher Arten dienen nicht nur zur Aufwertung von Grün, Fuß- und Radwegeverbindungen, sondern direkt der Wissenschaft. „Die Bäume sind wegweisend bei der Entwicklung des Hublands zu einem grünen Stad-teil mit hoher Lebensqualität und sie werden uns auch an anderer Stelle behilflich sein, wenn es um die idealen Bäume für Erholungsflächen, Begleitgrün oder Frischluftschneisen geht“, betonte Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei ei-nem Ortstermin an der Klimabaum-Allee zusammen mit der Bayerischen Landesan-stalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Umweltreferent Wolfgang Kleiner, Baurefe-rent Benjamin Schneider und Gartenamtsleiter Dr. Helge Bert Grob.

Jürgen Eppel, Leiter des Institutes für Stadtgrün und Landschaftsbau bei der LWG, erläuterte an einer neuen Informations-Stele, die nun der Öffentlichkeit übergeben wurde, die Hintergründe dieser Allianz, die bereits 2010 begann den „perfekten Stadtbaum“ für Würzburgs Klimazone zu suchen.  

Bäume in der Stadt können eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz spielen, wenn es darum geht den CO2-Ausstoß zu kompensieren, „Frischluft“ zu produzie-ren, Feinstaub zu reduzieren und Aufheizungstendenzen entgegenzuwirken. Grundvoraussetzung ist jedoch die Vitalität der Bäume: Je gesünder Bäume sind, desto stärker können sie die negativen Folgen der Klimaveränderung kompensieren und ihre klimaschützende Funktion entfalten.

Das Stadtklima, treffend als „urbane Wärmeinsel“ bezeichnet, ist jedoch deutlich wärmer und trockener als das Klima im Wald, dem natürlichen Standort heimischer Hauptbaumarten wie Linde und Ahorn. Vorhersagen regionaler Klimamodelle zei-gen, dass Hitze- und Dürreperioden sowie Extremwetterereignisse weiter zunehmen werden, wie das Beispiel des regionalen Klimamodells für Würzburg zeigt: bis Ende des Jahrhunderts muss hier im Schnitt mit 50 Hitzetagen pro Jahr gerechnet wer-den. Gartenamtsleiter Dr. Grob erinnerte an den letzten Rekordsommer, der 31 Hitze-tage und 40% weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel brachte. Dies waren nicht nur für Besucher der Landesgartenschau anstrengende klimatische Rahmen-bedingungen. Schon jetzt leiden die gängigen Straßenbaumarten, vor allem Linde,  Ahorn und Kastanie, immer stärker unter den zunehmenden Hitze- und Dürreperio-den, die sie besonders anfällig für die ebenfalls zunehmende Anzahl von neuen Schädlingen und Krankheiten macht.

Um angesichts des fortschreitenden Klimawandels noch nachhaltig Straßenbäume pflanzen zu können, ist eine Erweiterung des Straßenbaumsortiments mit stadtkli-mafesten Arten unabdingbar. Seit fast zehn Jahren testet die LWG im Klimawandel-projekt „Stadtgrün 2021“ mittlerweile 30 Baumarten in Würzburg, die auf Grund ihrer vorwiegend kontinentalen Herkunft an trocken-heiße Sommer angepasst sind. Eini-ge dieser Arten wie z. B. die Silberlinde und die Spaeth’sche Erle haben sich für Würzburg mit seinen „Steppensommern“ (2015/ 2018) als besonders geeignet her-auskristallisiert und wurden nun in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Gartenamt Würzburg in der Magdalene-Schoch-Straße als „Klimabaumallee“ aufgepflanzt. Damit besitzt Würzburg nun neben der seit 2015 aufgepflanzten und für die Bürger mit Infotafeln gekennzeichneten Allee auf dem Heuchelhof bereits die zweite Klimabaumallee. Dr. Susanne Böll, die das Projekt ebenfalls wissenschaftlich be-gleitet, betonte, dass mit Hilfe dieser Studie nicht nur die Bäume regelmäßig unter-sucht werden. Beim groß angelegten Feldversuch wird auch das Umfeld genau un-ter die Lupe genommen. So habe man beispielsweise die Bedeutung von Grünstrei-fen herausgearbeitet, diese sind wichtig, damit ein Baum auch der Artenvielfalt die-nen kann. Insekten schätzen nämlich nicht nur die Blüten eines Baumes, sondern auch nahegelegene Eierablageplätze in Gräsern.

Klimabaum-Allee 1
Informationen über robuste Stadtbäume: Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Jürgen Eppel, Leiter des Instituts für Stadtgrün und Landschaftsbau, Dr. Philipp Schönfeld, Umweltreferent Wolfgang Kleiner, Christian Göpfert (Fachbereich Um-welt- und Klimaschutz), Dr. Susanna Böll, Baureferent Benjamin Schneider und Gartenamtsleiter Dr. Helge Bert Grob in der Klimabaumallee am Hubland.

Bild: Georg Wagenbrenner


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