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Unternehmen & Wirtschaft

Umweltmanagement-Konvoi Franken auf der Zielgeraden

Würzburg - Fünf Unternehmen sind Projektteilnehmer zur Einführung eines Umweltmanagementsystems nach der EMAS-Verordnung, das über das BUMAP-Programm des Bayerischen Umweltministeriums gefördert wird. Auf die Unternehmen wartet am 16. September 2021 die Abschlussveranstaltung im Burkardushaus in Würzburg.
 

Nicht nur bei der anstehenden Bundestagswahl stehen die Themen Umwelt- und Klimaschutz hoch im Kurs. Immer mehr Unternehmen werden aktiv, um ihren Betrieb umweltgerechter, nachhaltiger und damit zukunftsfähig auszurichten. Zur Unterstützung solcher Bemühungen bietet die EU das freiwillige Umweltmanagementsystem und Auditprogramm EMAS (= Eco Management and Audit Scheme) an. Die erweiterte Variante FUU_Vorstand2EMASplus beinhaltet die Weiterentwicklung zu einem Nachhaltigkeitsmanagementsystem.

Vier Unternehmen aus Würzburg und eines aus Herzogenaurach (Herzo Werke GmbH) schlossen sich im Juli 2020 der Projektinitiative des Förderkreises Umweltschutz Unterfranken e.V. (FUU) an und haben sich zum 3. Umweltmanagement-Konvoi bzw. EMAS-Konvoi Franken zusammengeschlossen. Nach acht, vom Beratungsunternehmen WUQM Consulting GmbH aus Würzburg, fachlich begleiteten Gruppenworkshops zwischen September 2020 und Mai 2021 folgen jetzt die abschließenden EMAS/EMASplus-Zertifizierungsaudits durch branchenzugelassene Umweltgutachter.

Die Workshops behandelten Themen wie die Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem nach der EMAS-Verordnung, rechtliche Grundlagen zum Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Ermittlung & Bewertung von Umweltaspekten, Festlegung von Umweltzielen & Prioritäten, wie erstelle ich eine Input-Output-Bilanz für mein Unternehmen und viele mehr. Aufgrund der während des gesamten Projektablaufs herrschenden Pandemiesituation fanden diese virtuell als Online-Meetings bzw. Videokonferenzen statt.

Fünf Unternehmen – ähnliche Motivation

Das Technologieberatungsunternehmen SALT Solutions GmbH positioniert sich mit dem EMAS-Siegel als umweltbewusstes Unternehmen und geht das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit wertschöpfend und langfristig an. Ähnlich der IT-Dienstleister Take Net GmbH: Die in der Unternehmens-philosophie formulierten Prämissen von Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung sowie die Ausrichtung auf Green-IT erhielten mit der erfolgreichen Zertifizierung nach EMAS und EMASplus einen transparenten und werbewirksamen Rahmen. Auch die DITTMEIER Versicherungsmakler GmbH hat den EMAS/EMASplus-Einführungsprozess bereits erfolgreich absolviert. Zukünftig will der Dienstleistungsbetrieb mit einer klimaneutralen Umweltbilanz arbeiten.

Kurz vor dem Abschluss ist das Zertifizierungsverfahren bei der Multiphoton Optics GmbH mit Sitz in Lengfeld. Der innovative Hersteller von 3D-Laserlithographieanlagen sieht Nachhaltigkeit als Teil der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens und CSR-Strategie (CSR = Corporate Social Responsibility). Das EMAS-Siegel soll und wird sich positiv auf die Beziehungen zu Kunden und Investoren auswirken. Auch beim mittelfränkischen Energieversorger Herzo Werke GmbH soll die EMAS-Zertifizierung, neben den positiven Auswirkungen auf Umwelt und Klima, vor allem die Marke stärken.

Im Rahmen des Prozesses wurde in jedem der Unternehmen eine erste Umweltprüfung mithilfe der innovativen Ecomapping®-Methodik durchgeführt. Dabei werden alle Tätigkeiten mit Auswirkungen auf die Umwelt und bereits bestehende Praktiken im betrieblichen Umwelt- und Arbeitsschutz im Rahmen einer ausführlichen Betriebsbegehung auf themenspezifischen Karten, sogenannten Ecomaps, erfasst.

FUU-Vorstand Dr. Stefan Müssig ist angesichts der gemeinsam erzielten Fortschritte voll des Lobes: "Der in der Endphase befindliche 3. EMAS-Konvoi Franken hat erneut gezeigt, wie engagiert und mit welch hoher Motivation die teilnehmenden Unternehmen ihre Ziele verfolgt und erreicht haben. Die disziplinierte Zusammen- und Mitarbeit aller Beteiligten war rückblickend ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das gesamte Konvoi-Projekt. Die zum Teil neu entwickelten Online-Workshop-Formate sind eine hervorragende 'Blaupause' für die kommenden Folgeprojekte und die insgesamt dringend notwendige Transformation zu einer nachhaltige(re)n Wirtschaft."

Bei der Abschlussveranstaltung am 16. September werden die Ergebnisse vorgestellt. Dabei erhalten die fünf Konvoi-Teilnehmer durch hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik ihre Zertifikate und Registrierungs-urkunden für EMAS bzw. EMASplus überreicht und – zusammen mit anderen Teilnehmern aus der Region ihre Teilnahmeurkunden am Umwelt- und Klimapakt Bayern. Ebenfalls vorgestellt werden die Inhalte und Rahmenbedingungen des Folgeprojektes, dem 4. EMAS-Konvoi Franken, der voraussichtlich Anfang 2022 startet.

Bildunterzeile: Dr. Stefan Müssig (Zweiter von links) und Kollegen freuen sich über den neuen Konvoi am 16. September.
Archivfoto: FUU e.V

Mehr Infos unter www.fuu-ev.de 
 


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